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Kochen (fast) ohne Zeit – Rezension

Kochen fast ohne Zeit von dem Food-Stylisten und Koch Hans Gerlach greift das allgegenwärtige Argument auf, dass eigenständiges Kochen mit frischen Zutaten viel Zeit beansprucht und straft es Lügen. In sieben Kapiteln zeigt der Koch, was sich in wenigen Momenten schmackhaft zubereiten lässt und was zur Zeitersparnis noch berücksichtigt werden sollte.

Gleich zu Beginn des 192 Seiten starken Ratgebers stellt Hans Gerlach drei Grundsätze auf, um Zeit bei der Essenszubereitung einzusparen. Dazu gehört zum einen ein Einkaufen der Lebensmittel in lediglich einem Geschäft, das Schneiden der Zutaten in große Stücke und kurze Garzeiten. Auf diese allgemeinen Tipps folgt ein Kapitel, welches sich auf das Kochen für Kinder bezieht. Hier werden in die Rezepte geschickt typische Vorlieben sowie Abneigungen von Kindern einbezogen, so dass in kurzer Zeit gesunde Speisen entstehen, welche Erwachsenen und Kindern schmecken. Im darauf folgenden Kapitel werden Rezepte aufgeführt, welche den Einsatz von Fertig- bzw. Halbfertigprodukten wie Tiefkühl-Spinat vorsehen. Diese gehören jedoch stets nur zur Ergänzung zu frischen Zutaten. Echte Überraschungen hat das anschließende Kapitel des Kochbuches zu bieten. Es ist dem Kochen für Besuch gewidmet und startet mit einer einleuchtenden Argumentation. So spricht sich der Autor Gerlach dafür aus, für Gäste nicht zu kompliziert zu kochen und besser Schwerpunkte zu legen. Dies verschafft nicht nur mehr Zeit für den Besuch, sondern schüchtert die Gäste auch nicht ein. Die dargestellten Rezepte unterstreichen die Einstellung des Kochs. Mit dem ansprechenden Namen Zeitgeschenke präsentiert sich das nächste Kapitel. In diesem werden Rezepte dargeboten, welche zwar handwerklich nur wenig Zeit beanspruchen, aber lange Zeiten zum Garen besitzen. Unter ihnen finden sich Suppen, Schmorbraten und Eintöpfe. Der folgende Abschnitt ist sehr ungewöhnlich für ein Kochbuch. Er wird mit einem Rat zur Küchenmeditation begonnen, die der Autor als wertvolle geistige Versenkung innerhalb der Küche sieht. Auf diesen wenig überzeugenden Rat folgen diverse Rezepte, welche sich durch eine leichte Umsetzung charakterisieren. Das letzte Kapitel des Kochbuches beschäftigt sich mit dem Konservieren bzw. Einmachen von Nahrungsmitteln. Die Rezepte besitzen allesamt einen geringen Schwierigkeitsgrad, jedoch wird der Besitz gewisser kostspieliger Küchengeräte vorausgesetzt. Dadurch dürften sich für den einen oder anderen die Auswahlmöglichkeiten deutlich einschränken.

Kochen (fast) ohne Zeit: Die schnellste Nudel, das beste Brot und wie sich der Braten selber schmort

Kochen (fast) ohne Zeit: Die schnellste Nudel, das beste Brot und wie sich der Braten selber schmort

Ingesamt betrachtet ist Kochen fast ohne Zeit ein interessantes Kochbuch, welches sich durch einen großen Ideenreichtum durch kreative Kombinationen der Zutaten auszeichnet. In der Tat sind in dem Ratgeber nur Rezepte vorhanden, die sich in kurzer Zeit umsetzen lassen. Sicherlich brauchen ungeübte Hände ein paar Minuten länger. Für Anfänger, die über keine Vorkenntnisse verfügen, gestaltet sich der Ratgeber jedoch an manchen Stellen als ein wenig mühsam. Der Kochspezialist Gerlach verliert sich gelegentlich in verbale Unschärfen und in Amerikanismen. Doch diese negative Kritik schmälert nicht die hohe Qualität der aufgeführten Rezepte und die ansprechende Gestaltung des Buches. Wer schnell etwas Frisches raffiniert kochen möchte und über Grundkenntnisse im Kochen verfügt, wird an diesem Ratgeber viel Freude haben.

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